Startseite " Veröffentlichungen " Sprachanalyse als Frühindikator für das Risiko einer Depression bei jungen Erwachsenen
2024
Klaus R. Scherer, Felix Burkhardt, Uwe D. Reichel, Florian Eyben, und Björn W. Schuller.
In der Literatur wird immer häufiger über Unterschiede in der Stimmqualität zwischen depressiven Patienten und Kontrollpersonen berichtet. Hier untersuchen wir die Möglichkeit, die Stimmanalyse als Frühwarnsignal für die Entwicklung von emotionalen Störungen bei jungen Erwachsenen zu nutzen. Im Rahmen eines großen interdisziplinären europäischen Forschungsprojekts in vier Ländern (ECoWeB), das die Auswirkungen webbasierter Präventionsprogramme zur Verringerung des Depressionsrisikos bei jungen Erwachsenen untersuchte, analysierten wir eine große Anzahl akustischer Stimmmerkmale in vokalen Berichten über die von den Teilnehmern an einem bestimmten Tag erlebten Emotionen. Wir konnten eine Reihe signifikanter Unterschiede in den akustischen Hinweisen feststellen, insbesondere in Bezug auf die Energieverteilung im Stimmspektrum, was weitere Forschungsanstrengungen zur Entwicklung vielversprechender, nicht aufdringlicher Risikoindikatoren in der normalen Sprechstimme ermutigt. Dies ist besonders wichtig für junge Erwachsene, bei denen die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass sie die üblichen Risikofaktoren für Depressionen wie negative Lebenserfahrungen aufweisen.